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1. Herren: Geht doch noch!
Geschrieben von: Florian Reinke   
Sonntag, 22. Februar 2009 um 21:30

1. Herren: Regionalliga-Truppe beendet Niederlagen-Serie

In einem hochkarätigen Spiel hat die 1. Herren des TuS Vahrenwald am Sonntag sowohl ihre Niederlagenserie als auch die Stimmungskrise in der Mannschaft überwunden. Gegen eine starke Schüttorfer Oldie-Truppe gelang den Männern von Ana Schanze ein 3:1 Erfolg in eigener Halle - es war erst der zweite in der aktuellen Saison.

Dabei standen die Vorzeichen für das Spiel gar nicht gut: Trainerin krank, Routinier Jan-Erik Gatzke gerade erst aus den USA zurück. Wir sieben Mal verloren, Schüttorf sieben Mal gewonnen. Die noch älter als wir, also auch noch Routine-Nachteil - konnte das was werden?
Also Schüttorf neidlos die Favoriten-Rolle zugeschanzt und sich nicht weiter drum gekümmert.
Als Interims-Coaching Duo wurden kurzerhand mit Tanja Reinke und Bianca Gümmer zwei Spielerfrauen engagiert, und ein ausgeschlafener Kapitän spielte sich ein als wäre er nicht gerade zwei Wochen im Urlaub gewesen.
Schon das Einschlagen vor dem Spiel ließ einiges für die kommende Partie erwarten - auf beiden Seiten holten die alten und die nicht ganz so alten Herren schon mal den Hammer raus und hinterließen Dellen im Hallenboden.

In der Anfangsaufstellung stand dann an Stelle des Kapitäns Youngster Bastian Ahnert - Strafe muss eben sein. Und dank platzierter Aufschläge, einem wieder erstarkten Block und sauber vorgetragenen Gegenangriffen konnten die Hannoveraner sich zunächst einen Vorsprung von zwei bis drei Punkten erarbeiten. Doch bei 17:17 war dank einer Aufschlagserie von Schüttorfs Spielertrainer Günter Nibbrig wieder alles ausgeglichen. Die Mannschaft liess sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und fuhr den Satz mit 25:22 nach Hause.

Im zweiten Satz dann die Rückkehr zu schlechten alten Zeiten: Ungereimtheiten in Annahme und Abwehr und "unforced errors" im Angriff führten zu einem frühen Rückstand, auch die Auswechslung der halben Mannschaft brachte keine wesentliche Besserung - zwischenzeitlich lag man mit 15:22 hinten und konnte am Ende des Satzes froh sein, dass der Satzverlust mit 19:25 nicht noch höher ausgefallen war.

Der dritte Satz war dann der entscheidende des ganzen Spiels. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, Vahrenwald lag zu Beginn aber schnell mit vier Punkten hinten - vor allem weil der Schüttorfer Block des öfteren mal zugriff. Wenn der Angreifer dachte es wäre diagonal freie Bahn, kamen doch noch ein paar Hände angeflogen.
Bastian Ahnert kam wieder aufs Feld und machte seine Sache so gut, dass er bis zum 23:21 aus Vahrenwalder Sicht auf dem Feld blieb. Da war er wieder, der Vahrenwalder Kampfgeist.
Als Edin Mehic sich allerdings todesmutig in die Zuschauerränge warf, um einen Abpraller noch zu kriegen und anschliessend liegenblieb, war der Schock dennoch groß. Auf der Ersatzbank wurden schon Streichhölzer gezogen wer denn jetzt pritschen müsste, aber "die Ballmaschine" rieb sich kurz die Wade und spielte dann einfach weiter.
Bei 24:22 und eigenem Aufschlag schien der Satz dann bereits gegessen. Blockpunkt nicht gemacht, na egal, wir haben ja noch einen aus der Annahme. Doch Schüttorf wehrte erfolgreich ab. So ging es eine ganze Weile - jede Mannschaft brachte ihre Angriffe durch, bis Schüttorf sich dann einen im Block holte und Vahrenwald einen im Angriff verschlug - nun spielte plötzlich Vahrenwald gegen den Satzverlust, und die Anzeigetafel bot für den Spielstand keine Nummern mehr an.
Nach sieben abgewehrten Satzbällen konnte Vahrenwald dank Blockpunkt und einem ins Aus geschlagenen Schüttorfer Ball den Sack bei 35:33 zumachen. Riesenjubel beim Heim-Team, man hätte meinen können das Spiel sei schon vorbei.

Im vierten Satz begannen sich dann bei Schüttorf doch die ersten Erschöpfungserscheinungen zu zeigen - jedes normale Spiel wäre zu diesem Zeitpunkt schon im fünften Satz gewesen. Der Block war nicht mehr ganz so oft zu, auch wenn Marc Dilly beschlossen hatte sich darauf nicht mehr zu verlassen und lieber dem Longline-Abwehrspieler von Schüttorf öfter mal eine Mikasa-Massage verpasste.
Auch der im zweiten Satz eingewechselte Martin Seitz punktete über die Mitte fast nach Belieben, da ihm Edin Mehic die Bälle geschickt in die Lücken der Schüttorfer Blockreihe spielte, und wenn es mal eng wurde dann musste es eben Lars Hobbie richten, der nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sehr clever mit dem gegnerischen Block spielte.

So erhöhte sich der Vorsprung der Vahrenwalder stufenweise auf bis zu vier Punkte bei 16:12, nur um dann wieder auf einen bedrohlichen Punkt bei 17:16 zusammenzuschmelzen - die alten Herren wollten sich einfach nicht geschlagen geben.
Ermahnung von der Bank, das Spiel gefälligst in vier Sätzen nach Hause zu bringen, doch bis 22:21 keinen entscheidenden Vorteil geholt. Und dann ging es doch ganz schnell - einen Block, eine Abwehr samt Kracher-Gegenangriff und ein Schüttorfer Eigenfehler - endlich mal wieder gewonnen!

Bericht von der Schüttorf-Homepage

In der Tabelle verbessert sich der TuS Vahrenwald dank Schützenhilfe aus Salzdahlum auf Platz sechs. Das Restprogramm enthält zwar mit Giesen und Cloppenburg noch zwei Mannschaften die man nicht unterschätzen sollte, aber dank der Niederlage Cloppenburgs beträgt das Polster auf den Relegationsplatz zunächst mal vier beruhigende Punkte.
Am nächsten Sonntag tritt der TuS Vahrenwald in Giesen zum "neunten Heimspiel" an. Die Giesener stehen als Absteiger bereits so gut wie fest - für Cloppenburg reicht ein einziger Satz um am Ende vor Giesen zu stehen. Trotzdem wird die Bundesliga-Reserve des TSV sich sicherlich nicht kampflos geschlagen geben.

Aktualisiert am Montag, 23. Februar 2009 um 13:25
 

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